Frauengesundheit & Hormone

Männergesundheit & Hormone

Die Alzheimer-Krankheit – doch ein Hormonproblem?!

Stichwörter: Akne, Haarausfall, Bio-Pille, Wechseljahre, Prostata, Infarkt, Potenz, Alters-Demenz

(Alle Gründe für einen Haarausfall sind in dem Buch „Die Habanera“ von Marc Chatenieu beschrieben.)

Die Hautpille aus natürlichen (biogenen) Hormonen

Die bisherigen Antibaby-Pillen mit synthetischen Östrogenen sind seit 1995 wegen ihrer toxischen Wirkung ― gegenüber der möglichen Verwendung biogener Östrogene ― nicht mehr empfehlenswert! Insbesondere führt die Schädigung der Leber mit den massiv erhöhten Eiweiß-Fraktionen und damit der verstärkten Blutgerinnung zu thromboembolischen Schlaganfällen. Spastische einseitige Lähmungen machen aus jungen Frauen Pflegefälle. Die Verringerung der Gestagen-Dosis zeigte eine neue Toxizität: die schädliche Wirkung der synthetischen Östrogene auf die Leber wurde erhöht. 
Als Ende der 50er Jahre die erste europäische „Pille“ (Anovlar *) von der Schering AG, Berlin, auf den Markt kam, hatte eine neue Ära für die Frauen begonnen. Sie waren nun weniger „versklavt“, wurden selbstbewusster, konnten selbst über ihren Körper entscheiden

(*  am 1. Febr. 1961 in Australien und am 1. Juni 1961 in Westdeutschland eingeführt)

Danach aber wurde die Lebertoxizität der synthetischen Östrogene nicht nur erkannt, sondern durch Reduktion der Dosis auch verringert. (Beim Abbau dieser sonst nicht im menschlichen Körper vorkommenden Östrogen-Form mit einer Ethinylgruppe tut sich der menschliche Organismus wegen entsprechender Enzymprobleme schwer.) Die in der Leber sich aufstauenden synthetischen Östrogene führen nicht nur zu Leberzellwucherungen bis hin zur nodulären Hyperplasie („Knötchenbildung“), sondern auch zu verstärkten Eiweißfraktionen (Bindungsproteinsyntheseschaden) mit Zunahme der Blutgerinnung und damit der Thrombosegefahr. Außerdem kommt es zum Anstieg der Bindungsproteine für Schilddrüsenhormone, was bei vielen Frauen zum Zustand einer funktionellen Schilddrüsen-Unterfunktion führt, und zum Anstieg des Bindungseiweiß für Cortisol, was einen Cortisol-Mangel vortäuscht (Neigung zu Entzündungen und schnellere Hautalterung, denn Cortisol hemmt die Collagenasen, die das Bindegewebe in der Haut abbauen).
Die Zusatzbezeichnung „Mikropille“ soll diesen Umstand verharmlosen. Die Entwicklung stärker wirkender Gestagene (Derivate des Gelbkörperhormons, die die eigentliche Verhütung ausmachen) machte zwar eine geringere Ovulationshemmdosis auch dieser Hormone möglich (damit auch eine Verringerung der toxischen Östrogene), doch wurden von den Laien diese „Mikrodosierungen“ verkannt. Durch eine um 3 Tage verlängerte Halbwertzeit ist der Blutspiegel am 3. Tag erheblich höher als die Dosierung anzeigt. Gerade die so genannten Gestagene der 3. und 4. Generation – wie z. B. Drospirenon – verursachten bei sehr jungen Frauen Schlaganfälle, da sie die Östrogen-Rezeptoren blockieren und damit die toxische Wirkung des Ethinyl-Estradiols verstärken (s. o.).
Hinzu kommt, dass die anti-östrogene, intrazelluläre Wirkung dieser potenten Gestagene, bzw. die noch immer zu hohe Gesamt-Dosierung bei viel zu niedrigem 17ß-Östradiol-Serumspiegel mit hoher Wahrscheinlichkeit dafür verantwortlich gemacht werden, dass die

Brustkrebsrate der 35-55jährigen Frauen in der heutigen Zeit um ein vielfaches angestiegen ist.

In der Zwischenzeit lässt sich dieser Umstand auch ausreichend wissenschaftlich erklären. Es entsteht eine vielseitige Veränderung der Wachstumsfaktoren, die auch vorerst zur vermehrten Kernteilung, aber nicht zur Ausreifung der Schleimhaut-Zellen führt (was mehr-kernige Zellen zur Folge hat).

Zudem wird bei all diesen Antibaby-Pillen die Eierstockfunktion zum Erliegen gebracht. Das heißt, auch die körpereigenen Anabolika, welche die Frau für Libido, Haarwachstum, Hautdicke und Antrieb (auch sportliche Leistungen!) benötigt, werden nicht mehr in den Eierstöcken gebildet. Diese Wirkung auf die Psyche lässt eine eher passive Lebenseinstellung entstehen und bremst den Lebenstrieb. (Beschrieben in: „Die sogenannte Sünde“ v. Marc Chatenieu.)
Das ,,männliche“ Hormon Testosteron macht unter gesunden Bedingungen keinen Haarausfall ― weder beim Mann noch bei der Frau! (wie es auch beim Mann kein Wachstum der Prostata verursacht ― wohl aber der Muskulatur).(Prof. Krieg, Bochum; aus SPEKULUM aktuell, Juni 1991). Wäre dies nämlich so, dann hätten alle gut aussehenden männlichen Hollywood-Schauspieler mit ihren schönen Frisuren keine Hoden mehr. Vielmehr wird für die Akne, den Haarausfall und das Prostata-Wachstum der Metabolit (Abbau-Stoff) DHT (5alpha-Dihydrotestosteron) ― welches vorwiegend aus den Nebennieren stammt ― verantwortlich gemacht. Entsprechende Enzymschäden und molekulare Mechanismen der Bindung an Steroidrezeptoren scheinen dies zu belegen.

Außerdem ist den wenigsten Menschen bekannt, dass eine ca. 25jährige zeugungsfähige, sehr weibliche Frau mit wunderschönstem vollen Haar 5x so viel (!) Testosteron im Blutserum hat wie eigenes Eierstocks-Östrogen!

Durch Abspaltung der Ethinylgruppe von dem synthetischen Östrogen wird an den Körperstellen, wo das enzymatisch erfolgt, eine entsprechende Östrogen-Wirkung möglich. Wie sehr dies schon bald bei der Scheidenschleimhaut nicht mehr geschieht, sieht man bei der Beurteilung der Hormonabstriche von dieser Stelle (z.B. bei der Krebsvorsorge). Bei den Pilleneinnehmerinnen entsprechen die Befunde einer ca. 20 Jahre älteren Frau! Viele junge Frauen bemerken es auch an dem Umstand, dass sie nach einigen Jahren der Pilleneinnahme auch kaum noch eine Blutung bekommen und über eine Scheiden-Trockenheit klagen.
Dass die herkömmlichen Pillen vorerst bei über 90% der Frauen nicht größere Schäden hinterlassen, verdanken die Frauen ihren jugendlichen Nebennieren, die noch einige Jahre natürliche Östrogene produzieren. Bei 10% der Frauen werden ohnehin in den Nebennieren die „männlichen“ Vorhormone nicht genügend in „weibliche“ Hormone abgebaut (umgewandelt). Damit kommt es bei diesen Frauen besonders früh zum Haarausfall.
Bei den meisten Pillengestagenen (bei einigen Gestagen-Arten früher) wird nach ca. 2 Jahren das Enzym zwischen Östradiol und Östron so verändert, dass das Gleichgewicht zu Gunsten von Östron verschoben ist. Damit verringern sich auch bei den übrigen Frauen die natürlichen Östrogene im Blutserum aus den Nebennieren. (Ursache ist die Veränderung des Cofaktors NADP =  Nicotinamidadenindinucleotid-Phosphat mit Verringerung des NADPH; siehe Enzymtafel Ziffer 6). Dadurch stauen sich die „männlichen“ Hormone, insbesondere das Androstendion aus den Nebennierenrinden. (Ein Androstendion von über 2,4 ng/ml im Serum macht immer Akne und Haarausfall!). Dieses Androgen ist kaum an SHBG (sexualhormonbindendes Globulin) gebunden und dringt immer in die Zelle ein, wo es zu dem Dihydrotestosteron abgebaut wird. (Das führt zum vermehrten Wachstum der Talgzellen ―Sebozyten―, und da diese immer mit der Talgentstehung absterben, ersticken die Haar-Wurzeln.)

Hinzu kommt, dass bei längerer Stress-Situation nicht nur vermehrt Androgene in den Nebennieren gebildet werden, sondern durch das folgende Cortisol-Defizit auch vorübergehend ein Aromatase-Mangel (s. Ziffer4) eintritt, was den Androgen-Aufstau noch verstärkt. Unter diesem Zustand wird auch ein drittes Enzym, welches die Androgene abbaut, defizitär, da es Östrogen-abhängig ist (Enzymtafel Ziffer 5).Dies alles regt die Vermehrung der Sebozyten an, was nach deren Apoptose auch zur vermehrten Talgbildung, und damit zum Untergang der Haarbalgzellen führt.

Nun gibt es zwar s. g. „Hautpillen“ auf dem Markt, die hautfreundliche Gestagene aus den Progesteron-Derivaten (weitgehend natürliche Gelbkörperhormone), den Pregnanen haben (z.B. Chlormadinonacetat; Cyproteronacetat), welche die Androgen-Rezeptoren in den Zellen blockieren und auch für das Dihydrotestosteron (das wirksamste Endandrogen) unangreifbar machen, doch fehlt diesen Pillen das für die Haut so wichtige natürliche Östrogen.

In diesem Zusammenhang wurde schon 1991 (Dr. Doris Fanta/Östereich; SPEKULUM aktuell) festgestellt, dass das Spirinolacton (in neueren Verhütungspillen als Gestagen verwandt) in der Hautwirkung dem Cyproteronacetat weit unterlegen ist und nur noch in Ländern eingesetzt wurde, in denen das Antiandrogen CPA nicht zur Verfügung stand.

                   Sexualsteroide und Enzyme der Nebennierenrinde

(Enzyme sind chemische Katalysatoren, die ein Hormon zu einem anderen werden lassen.)

Auch Verhütungsmethoden mit ausschließlich Gestagenen (3-Monatsspritze, Gestagen-„Spirale“, reine Gestagenpillen oder Hautimplantate) können das Problem nicht lösen. Es kommt - über längere Zeit praktiziert ― einer vorübergehenden Kastration gleich und bringt durch Östradioldefizit ein schnelleres Altern mit sich.
(Ballett-Tänzerinnen mußten nach 3 Jahren mit der Dreimonatsspritze wegen Gelenksschäden ihren Beruf aufgeben.)

Drei hautfreundliche Antibaby-Pillen sind inzwischen seit 1992 mit ausschließlich natürlichen Östrogenen bei weit über tausend Frauen jeden Alters mit großem Erfolg getestet worden und im Einsatz geblieben.

[Die Verhandlungen mit der Industrie ergaben: Eine „biogene Pille“ würde zu großen Umsatzverlusten bei den herkömmlichen Antibaby-Pillen führen!!! (Die bestehenden Patente seien ja nur deutsche Patente, und für ein Welt-Patent müsste ein eigens von der Firma hergestelltes Gestagen verwendet werden, um so auf dem Markt Alleinvertreibender bei entsprechendem Preis zu sein.) Hier waren also keine Bemühungen um den Gesundheitszustand der Frauen erkennbar! Kleinere Firmen, für die eine solche „Bio-Pille“ ein riesiges Geschäft gewesen wäre, müssten erst ihre „Mutterfirma" fragen, von der sie verständlicherweise keine Erlaubnis (wegen Geschäftsschädigung) erhalten würden!!!]

15 Jahre nach der ersten Veröffentlichung über die „biogene“ Verhütungspille hat nun die Fa. Bayer-Schering endlich die erste Verhütungspille (Qlaira; im Handel ab Mai 2009) mit ausschließlich natürlichem Östrogen im Angebot. Ich wurde nun mehrfach nach meiner Meinung zu den Dosierungen befragt. Prinzipiell ist diese neue Pille sehr zu begrüßen! Das Dienogest als Gestagen könnte sich als sehr Haut-freundlich erweisen. Die hohe Gestagen-Dosierung ist als Ovulationshemmdosis erforderlich (die verhütende Wirkung erfolgt über das Gestagen!). Die niedrige Östrogen-Dosierung (2 mg E2V=Estradiolvalerat entspricht 1,53 mg reinem Östradiol) wird bei jungen Frauen zum chronischen Östradiol-Mangel führen ― falls die Aromatisierung der Nebennieren-Androgene sich verringert ―, was an der immer schwächer werdenden Blutung oder an Zwischenblutungen zu ersehen sein wird. Da ein chronischer Östradiol-Mangel bei den jungen Frauen an vielen Körper-Regionen zur schnelleren Alterung führen würde, wäre anzuraten, nach 6 Monaten während der Einnahme das E2, das SHBG (sexualhormonbindendes Globulin) und das Androstendion (ist adrenalen Ursprungs) zu bestimmen. Bei einem E2 unter 80 pg/ml sollte zu der Pille 2mg Estradiol zugeführt werden. 

Nun wurde ich auch mehrfach nach meiner Meinung über die neue Pille „Zoely“ befragt: Die anti-östrogene Wirkung des relativ starken bzw. hochdosierten Gestagens aus der Reihe der Pregnane (mit verlängerter Halbwertzeit und damit mit der Gefahr der Kumulation), welches die Östrogen-Rezeptoren besetzt, führt zum Ausbleiben der Blutungen bzw. zu Blutungsstörungen, zu Kopfschmerzen und zu einer schnelleren Alterung von Haut und Brustdrüsengewebe (was das Carzinom-Risiko erhöht). Zudem kommt die kurze Halbwertzeit des 17ß-Östradiols noch hinzu (was gesplittet mit 2x1mg/die zu verhindern wäre). (Vergleiche hierzu: „Die Pille mit Östradiol; Qlaira versus Zoely  - Ein Fortschritt ?“ von L. Wildt)    

Die Antibaby-Pillen aus natürlichen Östrogenen können auch aus Medikamenten, die für die Wechseljahre im Handel sind, zusammengesetzt werden und sind in folgenden Fachzeitschriften oder Büchern veröffentlicht worden:

1.)     gyne 7/1994 ; Dr. Klaus Umbreit

            („Warum nicht das Gestagen mit natürlichem Östradiol kombinieren?)

2.)  TW Gynäkologie 8/1995 ; Dr. K. Umbreit   („Die Pille für die Frau über 40!“)

3.)  Climacterium feminale“; Buch (Prof. Dr. F. Husmann) Pamminger      

           Verlag, Leonberg; 1995

4.)  „Männlichkeit & Hormone“; Buch (Dr. Klaus Umbreit) Cavallier

           Verlag,  Overath; 3. Auflage; 2000

Diese Antibaby-Pillen haben fast kein Thromboserisiko und sind außerordentlich gut verträglich. Darüber hinaus arbeiten die Eierstöcke dezent mit − ohne Ovulation − (das gilt nicht für die Pille Qlaira!), so dass alle jungen Frauen ihren ungebremsten Lebensfrohsinn behalten. Alle Kombinationen sind bei pünktlicher Einnahme eine sichere Verhütung!

Und als letztes und ebenso wichtiges Kriterium gilt der Erhalt der 19-Hydroxylase (s. Enzymtafel) als abbauendes Enzym des hautschädlichen Androstendion in der Nebennierenrinde. Bei der reinen Hautpille ist auch das Chlormadinonacetat als cytoplasmatischer Rezeptor-Binder eingesetzt.

Zusammensetzung:      

                                                            biogene Hautpille 

(gegen starke Akne & übermäßigen Haarausfall / ½ Jahr)

21 Tage

4 mg Estradiol

(2x1 Estrifam)

 

2 mg Estradiolvalerat

(Progynova 21)

 

2 mg Chlormadinonacetat

(Chlormadinon)

 7 Tage Pause

                                                            biogene Hautpille 

(nach 6 Monaten schwächere Ausführung)

21 Tage

4 mg Estradiol

(Estrifam 2x1) dazu

8 Tage

1 mg Chlormadinonacetat

(1/2 Tablette Chlormadinon)

8 Tage

2 mg Chlormadinonacetat

(1 Tablette    Chlormadinon)

5 Tage

1 mg Chlormadinonavetat

(1/2 Tablette Chlormadinon)

 7  Tage Pause

                                         Die Pille für die Frau über 40

21 Tage    2 mg  Estradiolvalerat

                 kombiniert in den ersten 9 Tagen mit   0,03 mg Levonorgestrel

                 und in den weiteren      12 Tagen mit   0,15 mg Levonorgestrel

Rezept:    3 OP Klimonorm

               1 OP Microlut        (stets nur die ersten 9 Tage zu Klimonorm)

                                        Die Pille für Frauen unter 40

Wie die Pille für die Frau über 40, aber zu den 21 Tagen Klimonorm zusätzlich Estrifam 2 mg. Diese Pille für die Frau unter 40 wird stets am 3. Blutungstag wieder neu begonnen.
(Sollte wegen einer Unregelmäßigkeit eine Zwischenblutung eintreten, dann 4 Tage keine Tabletteneinnahme und neu beginnen).

Die Zusammensetzung von Klimonorm gibt es seit 2006 nun auch bei der Firma Bayer-Schering unter der Bezeichnung Cyclo Progynova N. Die Kombination von Estradiol und Estradiolvalerat betreffend (da Estradiolvalerat 2 mg für jüngere Frauen unterdosiert ist und die protrahierte Östrogen-Aufnahme die Blutspiegel für eine Verhütungspille noch zusätzlich verringert) teilte 1994 die Firma noch mit, dass ihre Chemiker keinen Unterschied zwischen Estradiol und Estradiolvalerat sehen. Jetzt ist in dem Beipackzettel vermerkt, dass 2 mg Estradiolvalerat nur der Menge von 1,53 mg Estradiol entspricht !

Blutserum-Untersuchungen der entscheidenden Parameter von 17ß-Östradiol (E2) und Androstendion bei entsprechenden Antibaby-Pillen nach einem Jahr und nach 2 Jahren Einnahme. (EE = Ethninylöstradiol; E2 = biogenes 17ß-Östradiol).

In der Östrogen-Tabelle ist dargestellt, wieviel % der Pillen-Einnehmerinnen von unterschiedlichen Ovulationshemmern ein 17ß-Östradiol im Serum von unter 20 pg/ml aufwiesen. (Nach den Wechseljahren wird die zu allgemeinen Körperschäden führende Grenze von unter 25 pg/ml angegeben).

In der Androstendion-Tabelle ist dargestellt, wie viel % der Pilleneinnehmerinnen von unterschiedlichen Ovulationshemmern ein Androstendion im Serum von über 2,4 ng/ml aufwiesen. (Bei Werten über 2,4 ng/ml klagten die Patientinnen durchschnittlich über Akne und starken Haarausfall – zum Teil auch Frauen, die zytoplasmatische Rezeptor-Binder einnahmen.)
Diese Serum-Untersuchungen wurden 1995-1997 an 438 Frauen mit entsprechenden Ovulationshemmern durchgeführt.

Die beste Gesichts-Creme zur Vermeidung von Alters-Falten ist die Ovestin (Vaginal)-Creme 1x wöchentlich (über Nacht einwirken lassen) – und das auch für Männer!

Bezüglich der Gesundheitsvorsorge bei Frauen sollte gerade bei den jüngeren Frauen schon frühzeitig durch Einsatz biogener Verhütungspillen, und nach dem 50. Lebensjahr mit gezieltem Östrogen-Ersatz Alterungsschäden vorgebeugt werden. Dabei sollte wegen der sonst zu erwartenden Leberschäden und der Karzinom-Gefahr in jedem Fall auf artfremde Östrogene verzichtet werden (also auch Pferde-Östrogene!) Außerdem ist nach den Wechseljahren abzuwägen, ob beim Östrogen-Ersatz durch niedrigste Dosierungen auf Schwangerschaftshormone verzichtet werden kann (da eine zusätzliche Begrenzung der Proliferation der Gebärmutterschleimhaut so nicht mehr erforderlich ist). Die Verwendung von Gestagenen in der Postmenopause zeigt eine höhere Karzinomrate! Große Erfolge hatten hier auch Gaben von biogenen Androgenen zusätzlich zur Östrogen-Substitution (DHEA). Wenn die verabreichte Östrogen-Menge nach dem 50. Lebensjahr so niedrig gewählt wird, dass die jugendliche Aromatisierung der Nebennieren-Androgene nicht überschritten wird, dann kann auf die in diesem Alter problematischen Gestagene ganz verzichtet werden.


 

Dr. Klaus Umbreit - ehemaliger Oberarzt einer Frauenklinik - war 1973 - 2002 Leiter eines Forschungslabors für andrologische Endokrinologie in Köln.

Er wurde durch seine jahrelange Tätigkeit auf dem Gebiet der geschlechtsspezifischen Endokrinologie in Diagnostik, Therapie und Forschung international bekannt. Seine Entdeckung der Lebensnotwendigkeit des sog. weiblichen Hormons „Östrogen“ (17ß-Östradiol) für den Mann ließ er 1993 durch ein Patent beim Deutschen Patentamt (DE 43 26 948 C1) besiegeln. Darüber hinaus entwickelte er die erste einsatzfähige Verhütungspille mit ausschließlich natürlichen Östrogenen (DE 43 39 934). Dr. Umbreit lebt jetzt in seinem  Ruhestand als Schriftsteller unter dem Pseudonym Marc Chatenieu in Andalusien ( www.Hautpille.de ).  

eMail: umbreitK@aol.com  


 Gibt es bald die hormonale Verhütungs-Pille für den Mann?

Nach dem neuen „Anti-Doping“-Gesetz könnten Ärzte, die mit „Verhütungsspritzen“ Männer dopen, bestraft werden. Männer, die eine derartige „Verhütung“ betreiben, würden des Dopings überführt und für Meisterschaften gesperrt werden.

Warum eine hormonale Verhütungspille für den Mann für Fachleute schon 1999 als „unmöglich“ galt, ist in „Männlichkeit & Hormone“ (1999) nachweislich beschrieben worden:

a.) Die Sperma-Produktion ist hauptsächlich abhängig von den Hormonen Testosteron, 17ß-Östradiol, FSH und LH. Das Produktionsschema kann durch Zuführung von Hormonen ~insbesondere durch ein Schwangerschaftshormon (Progesteron oder ein synthetisches Gestagen)~ unterbrochen werden.

b.) Die Potenz ~ als zweites Kriterium für die Fortpflanzung ~ ist ebenfalls von den Hormonen des Mannes (Testosteron, 17ß-Östradiol, LH und FSH) abhängig. Gestagen ist hier also in jedem Fall „Gift“. Hinzukommt, dass die Libido (der Geschlechtstrieb) nicht von der Höhe des Testosteron-Spiegels im Serum, sondern seiner Pulsatilität (stoßweisen Ausschüttung, bzw. seinen Serumschwankungen) abhängt.

Nun kamen Halb-Fachleute auf die Idee, da hohe Testosteron-Gaben die Spermien-Produktion inhibieren (hemmen), den Männern entsprechend hohe Testosteron-Gaben zu verabreichen. (Aus forensischen Gründen suchte man sich die ersten Probanden im asiatischen Armenhaus). Da der Erfolg mäßig war, kombinierte man das Testosteron mit Gestagenen. Die zwangsläufige Beeinträchtigung der Potenz glaubte man durch das zugeführte Testosteron ausgleichen zu können.

Für wirkliche Fachleute war aber in den 90er Jahren schon klar, dass damit das pulsatile Sekretionsmuster verloren geht und ein guter Liebhaber, der mehrmals täglich in der Lage war, Geschlechtsverkehr ausüben zu können, diese Qualität verliert.

Toxikologie : Testosteron (besonders in hohen Dosierungen) beeinträchtigt die Leber negativ. Insbesondere verringert es die Produktion von Bindungseiweißen für Geschlechtshormone (SHBG), für Cortisol (CBG) und für Thyroxin (TBG). Die gleiche negative Leberwirkung haben Gestagene, welche die negative Leberbeeinträchtigung des Testosterons noch potenzieren. Damit fehlt also für alle drei Hormonarten die Reserve, da Bindungseiweiße ein Reservoir darstellen. (Im Ausdauersport wäre das wegen des schnell verbrauchten Cortisols von großem Nachteil!) Zudem kommt es beim Anabolika-Konsum zum Substanzaufbau von Muskelmasse, wodurch ein höherer Muskelmetabolismus die Leber zusätzlich belastet. Darüber hinaus führen höhere Dosierungen ungebundenen Testosterons zum Wachstum der Prostata und zum Wachstumsantrieb „schlafender“ Prostata-Karzinome. Und eine wichtige gesundheitsschädliche Nebenwirkung beider Hormonarten (Androgene und Gestagene) darf nicht vergessen werden: sie erhöhen die Lipoproteine der Leber, wodurch Schlaganfälle drohen!

Eine besonders toxische Wirkung darf bei dieser Art einer „Verhütung“ nicht übersehen werden: bei einer verstärkten Aromatisierung der hohen Androgen-Dosierungen wird die Brustkrebsrate bei Männern um ein Vielfaches ansteigen, zumal es bei einer Kombination mit Gestagenen zur vermehrten Kernteilung, aber nicht primär zur Zellteilung kommt. Damit wird die Transformation der Brustdrüsenzelle zur Karzinom-Zelle begünstigt!

Darüber hinaus kommt es bei der dauerhaften Verabreichung von Gestagenen und Androgenen beim Mann zur Atrophie (Schrumpfung) der Hoden (also zu „Mini-Hoden“), was die gleichen psychischen Störungen wie bei Frauen nach der Brustamputation zur Folge hat.

Es war also schon in den 90er Jahren klar, dass ein hormonales Eingreifen in den gesunden Hormonzyklus eines fertilen Mannes aus toxikologischen Gründen, und wegen der Verschlechterung der Lebensqualitäten für Mann und Frau, nicht schadlos möglich ist.

Schon damals wurde als einzige Perspektive für eine Verhütungspille für den Mann der Weg über Enzyme aufgezeigt, welche die Spermareifung und Spermien-Beweglichkeit steuern.

Männergesundheit & Hormone

Das Altern beginnt beim Menschen durch Enzym-Schwächen. Diese chemischen Katalysatoren können im Allgemeinen nicht ersetzt werden. Viele Hormone, welche die Jugendlichkeit fördern, werden defizitär. Andere, eher problematische Hormone, werden verzögert abgebaut oder durch Rezeptor-Mangel vermehrt produziert (s. Hypertonie oder Insulin-Resistenz). Das Altern kann durch Hormongaben nicht verhindert werden, aber ein frühzeitiger Ausgleich ― entsprechend der Serumspiegel eines 40jährigen Menschen ― kann das körperliche Altern verlangsamen. Dadurch können krankmachende Alterungsschäden mehr als zehn Jahre hinausgeschoben werden.

Alle Initiativen zur Verbesserung der Männergesundheit nach dem 50. Lebensjahr und damit der Lebensqualität im dritten Lebensabschnitt müssen außer den psychischen und soziologischen Aspekten ganz enorm die schwindende körperliche Funktionstüchtigkeit berücksichtigen. Die erstgenannten Umstände können nicht eine Vergrößerung der Prostata, das Prostata-Karzinom, das vermehrte Auftreten von Herzinfarkten oder Schlaganfällen, noch Herzrhythmusstörungen mit letalem Ausgang allein verursachen. Auch die Altersarthrose, die Osteoporose und die Wirbelsäulenschäden durch Knorpelschwund haben hormonale Ursachen ― häufig in Kombination mit Bewegungsmangel. Unausweichliche Alterskrankheiten, wie etwa erblicher Altersdiabetes oder Hypertonie mit Lipid-Abbaustörung führen auch unerkannt nicht sofort zum Tod, wenn die Blutgefäße hormonell verjüngt wurden. Bei Kenntnis dieser Alterskrankheiten helfen noch rechtzeitig entsprechende Medikamente und die Lebensführung kann dann darauf eingestellt werden. Bei der Krebsvorsorge des Mannes sollte also das PSA (Prostataspezifische Antigen), die Urinuntersuchung auf Chlamydia trachomatis und pneumoniae (entzündliche und metabolische Karzinom-Ursachen), Zucker und Eiweiß (Ausschluss einer Diabetes- oder Lipid-Nephrose), die Blutserumwerte auf Triglyceride, HDL und LDL, sowie SHBG, 17ß-Östradiol und das prostatarelevante Androstendion untersucht werden. Außerdem sollte eine Antikörperbestimmung auf Mycoplasma pneumoniae, Chlamydia trachomatis und pneumoniae (mit Titer-Angaben von IgG und IgA) und eine Antikörperbestimmung auf Schilddrüsenerkrankung erfolgen.

Eine Krebs- bzw. Gesundheitsvorsorge hat nur dann einen Sinn, wenn bei pathologischen Auffälligkeiten durch eine rechtzeitige Behandlung der optimale Gesundheitszustand weitgehend wieder hergestellt werden kann. (Beitrag f. die „Bielefelder Initiative“ zur Erstellung eines Männergesundheitsberichtes f.d. Bundesgesundheitsministerin)                    


Die endokrinologische Männersprechstunde

(auch veröffentlicht im Lifestyle-Kongressband der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg/1999)

 Dr. Klaus Umbreit 

Am 12.11.1999 fand in Heidelberg unter Schirmherrschaft der Universitäts-Frauenklinik eine Sitzung „The Aging Male“ einen Tag vor dem Lifestyle-Symposium statt. Dabei prallten die Ansichten über die Zuständigkeit für die hormonale Betreuung des alternden Mannes aufeinander. Von Seiten der Urologen wurde eine Weiterbildung der Frauenärzte in andrologischer Endokrinologie als ein Fortschritt in die falsche Richtung bewertet. Die Gynäkologen wiederum frohlockten mit ihrem „endokrinologischen Verständnis“.
Nun müssen zu einem Bericht über die endokrinologische Männersprechstunde zwei grundlegende Zukunftsperspektiven aufgezeigt werden:

1.)  Die hormonale Betreuung des alternden Mannes gehört in die Hand eines urologisch vorgebildeten andrologischen Endokrinologen. Der zukünftige Männerarzt kann also nur ein Urologe sein.

 

2.)  Diesen zukünftigen Männerärzten muss es klar sein (und das muss allgemein bekannt sein), dass Männer, die wegen Hitzewallungen und Herzrhythmusstörungen hormonale Hilfe suchen, nicht unbedingt am Penis und nicht im After Manipulationen − evtl. noch vor Damen als Zuschauer − wünschen, wenn sie dort keinerlei Beschwerden haben. (hier sollte ein klärendes Gespräch vorangestellt werden und es sollten entsprechende Aufklärungsblätter existieren).

Zu dem Thema „Männer-Sprechstunde“ haben in Heidelberg Prof. Leidenberger aus Hamburg, Prof. Wolf aus Ulm, Prof. Metka aus Wien und meine Wenigkeit aus Köln Vorstellungen über den Ablauf vorgetragen.
Aus Erfahrungen von über 20 Jahren Hormonsprechstunde für Männer hat sich im Forschungslabor für Andrologische Endokrinologie in Köln folgendes
Sprechstundenschema bewährt:

ca. 20 Minuten Erstgespräch:

a.) Beschwerden

b.) Bisherige Medikamente (Psychopharmaka; RR-Mittel; Thyroxin)

c.) Art der beruflichen Belastung

      (früherer Kontakt mit Giften, Metallen, Deponien)

d.) letzte urologische Untersuchung

e.)   letzte Kohabitation (Aufwacherektionen ?)

blutseru

Erläuterungen und Bewertungen:          Zum Screening

E2

Ein niedriges 17ß-Östradiol zeigt, dass die Aromatisierung von Hoden-Testosteron (Cortisol-Defizit?), das Hoden-Testosteron selbst, die Nebennierensteroidsynthese oder deren metabolisierende Enzyme nachgelassen haben.
Ein Serum-E2 unter 25 pg/ml führt zu Schleimhautschäden einschließlich an Leber- und Drüsenzellen (Thyreoidea; Pankreas; Speicheldrüsen; u.s.w.), zu Neurotransmitterdefiziten (Herzrhythmusstörungen), ß-Endorphin-Mangel (Nivellierung der Hodenpulsatilität; „Wehleidigkeit“), Depressionen, Schlafstörungen und Gelenksbeschwerden. Nicht zu vergessen ist die Notwendigkeit des E2 für die NO-Bildung und damit für das potenzerhaltende cyklische Guanosin-Monophosphat (cGMP).

Die Substitution mit ausschließlich reinem Östradiol bei Männern mit erniedrigtem Serum-Spiegel erfolgte im Forschungslabor für andrologische Endokrinologie Köln seit 1986. Im Jahr 2015 kann nach fast 30 Jahren bei Serum-Werten von 50-70 pg/ml (0,7 mg Östradiol = 2 Tage 1/2 Tablette Estrifam, 1 Tag Pause) keine Gynäkomastie, keine Potenz-Verschlechterung gegenüber anderen Männern (eher Verbesserung!) und kein Libido-Verlust als „Nebenwirkung“ angegeben werden (unter den „Konsumenten“ sind auch Ärzte)! Es trat auch kein einziges Mamma-Karzinom auf. [Zu kritischen früheren Veröffentlichungen von Autoren mit verbesserungsfähiger endokrinologischer Vorbildung hat sich Prof. Dr. Christian Lauritzen 2004 im Deutschen Ärzteblatt geäußert: „Östrogene für den Mann – sinnvoll oder gefährlicher Unfug? Fruchtbares Forschungsgebiet“]

SHBG

Ein niedriges SHBG (unter 30 nmol/l) kommt durch E2-Mangel, Fettleber, zu hohes Hodentestosteron oder hohe NNR-Androgene (Androstendion) zustande. SHBG-Mangel begünstigt Prostatawachstum und Ejaculatio praecox. Außerdem lässt es Rückschlüsse auf die gesamte Proteinsynthese der Leber zu (CBG; TBG). Ein zu hohes SHBG (über 70 nmol/l) kommt durch Hyperöstrogenämie, starke Verringerung des Hodentestosterons im Vergleich zum E2, Hyperthyreose, Leberzellwucherungen im Sinne einer beginnenden Zirrhose oder Alkoholismus zustande. Ein hohes SHBG führt zur Impotenz, Anorgasmie, Muskelschwund, und zeigt evtl. auch eine verringerte Bioverfügbarkeit von Cortisol und Thyroxin an. (Nach 30-jahrelanger Substitution von E2 nach obigem Schema zeigte sich schon mal bei 80-jährigen Männern ein SHBG-Anstieg über 70 nmol/l bei kleiner Prostata. Hier wurde zeitweise Testosteron-Gel verordnet.)

Cave! Zur Bindungsproteinsynthese gehört auch die Bildung von IGF-3 BP (Insulin-like-Growthfaktor-3 Binding-Protein). Da Wachstumshormone bei Östrogen-Mangel auch vorübergehend vermehrt gebildet werden können (Kinn-, Gesichts-, Extremitäten-Verplumpung, Zunahme des Bauchumfangs), kann ein Mangel dieses Bindungsproteins zur Transformation von unreifen Zellen zu Tumorzellen führen. Auch eine unterschwellig alkoholgeschädigte Leber, oder eine Fettleber bei allgemeiner Adipositas führen zum Bindungsproteinsyntheseschaden, erhöhen damit die Krebsgefahr und fördern obendrein den Haarausfall ― bei Mann und Frau.

Androstendion

(gute Werte 1-2 ng/ml). Der Serumspiegel ist hauptsächlich adrenalen Ursprungs. Nur etwa 1% dieses Präcursors wird zu Testosteron. Aber auch hier hält das Enzym 17ß-HSD mit Hilfe des Co-Faktors NADP (Nicotinamid-adenin-dinucleotid-phosphat) ein Gleichgewicht. Ein Androstendion unter 0,5 ng/ml zeigt eine Altersnebenniere im Sinne einer Post-Adrenopause an. Hieraus kann ein E2-Mangel resultieren. Werte über 2,4 ng/ml zeigen eine allgemein vermehrte Steroidsynthese in der Zona reticularis an, oder ein Aufstau durch Behinderung des Metabolismus infolge Enzymmangels (19-Hydroxylase; Aromatase; 17-Keto-Reduktase). Androstendion bindet kaum an SHBG (!) und dringt ungehindert in die Prostatazellen ein, wo es über Testosteron zu 5alpha-DHT metabolisiert wird. Außerdem führen höhere Serumwerte zu Depressionen, Psychosen, Akne und Alopezie (bei Mann + Frau). Ein hohes Androstendion bei gutem DHEA-S (100- 200 µg/dl) passt durchaus zu einem niedrigen E2 und ist als schlecht zu bewerten.

Bei Potenzproblemen DHEA-S zeigt prinzipiell die Jugendlichkeit der Nebenniere an. Werte unter 50 µg/dl zeigen die Post-Adrenopause und führen zum E2-Mangel. Werte über 300 µg/dl kommen entweder durch eine vermehrte Steroidsynthese in der Zona reticularis (wie beim Adreno-genitalen Syndrom) mit Cortisol-Defizit und hohen NNR-Androgenen und –Östrogenen, oder durch Enzymschwächen mit Rückstau des Androstendion zustande. Beide Formen können die Potenz negativ beeinflussen, da das daraus resultierende Testosteron das Pulsationsmuster von Hypophyse und Hoden stört. Bei jüngeren Männern kann eine angeborene Schwäche der 21-Hydroxylase zum Aufstau des 17alpha-Hydroxyprogesterons führen. Dadurch entsteht durch die 17/20-Desmolase auch zu viel Androstendion (auch DHEA) und wiederum zu viel NNR-Testosteron. Deshalb ist ein hohes Gesamt-Testosteron immer verdächtig und der extragonadale Testosteron-Anteil steht dem Potenzmechanismus eher entgegen. (Da das freie Testosteron sich zum SHBG wie ein reziprokes Korrelat verhält, ist dessen Bestimmung nicht erforderlich). Wie überhaupt ist die Bestimmung des Testosterons kaum erforderlich, da auch eine Testosteron-Therapie lediglich bei einem zu hohen SHBG sporadisch vonnöten ist. Prolaktin hat eine inhibierende Wirkung auf die GnRH-Bildung im Hypothalamus (im nucleus arcuatus). Eine dadurch verringerte LH-Ausschüttung vermindert die Hodenaktivität. Oft ist eine Dopamin-Verringerung infolge E2-Mangels die Ursache (der Neurotransmitter Dopamin gilt als Gegenspieler vom Prolaktin). Gynäkomastie bei niedrigem E2 sind hierdurch möglich. 
Es muss darauf hingewiesen werden, dass viele „Psycho-Pharmaka“ das Dopamin supprimieren und dadurch eine Hyperprolaktinämie verursachen, welche die Potenz negativ beeinträchtigt. (Auch eine Schwäche der 3ß-HSD, wodurch das DHEA nicht zu Androstendion, sondern durch die 17ß-HSD zu Androstendiol abgebaut wird, kann zur Gynäkomastie bei niedrigem Serum-E2 führen, da Androstendiol als einziges Androgen an die E2-Rezeptoren der Brustdrüsen zu binden vermag und dort über Testosteron zu 17ß-Östradiol metabolisiert wird). ― Nicht selten ist eine Hyper-Prolaktinämie mit einer Hypothyreose, einer Schilddrüsenunterfunktion vergesellschaftet. In jedem Fall sollte bei erektiler Dysfunktion eine Bestimmung der schilddrüsenspezifischen Werte FT 4 und TSH (freies Thyroxin und Thyreoid-stimulierendes Hormon) erfolgen. Eine Behandlung mit Schilddrüsenhormonen oder evtl. nur Jod-Gaben sind dann die einfachste Art der Potenztherapie. Auffallend ist, dass scheinbar Frauen einer derartigen Behandlung häufiger bedürfen! (Weil zu wenig Männer untersucht werden). Selbst wenn FT 4 und TSH im Normbereich liegen, sollten die bloßen Zahlen von FT4/TSH einen Quotienten über 1 aufweisen (s. latente Hypothyreose). Anderenfalls sind Jod-Gaben erforderlich, da der Patient sonst weniger belastbar ist. (Die Unsinnigkeit, Schilddrüsenhormone anstatt Jod bei euthyreoten Werten zu geben, um eine Schilddrüse zu verkleinern, geschieht aus Unwissenheit über die daraus resultierenden Schäden. Osteoporose, Schlaflosigkeit, darauf Cortisol-Defizit mit all seinen Folgen, sowie eine verringerte körperliche Flexibilität resultieren daraus. Ein SHBG über 70 nmol/l  − durch Thyroxin −  verursacht obendrein auch Impotenz!). Eine schilddrüsenspezifische Antikörperbestimmung ist zum Ausschluss einer Thyreoiditis ratsam.

Bei Gesundheitsproblemen

Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, Depressionen, Schlafstörungen und Ödeme kommen von einem Fehlverhalten der Neurotransmitter und der Elektrolyte. Das Aldosteron sorgt für die Rückresorption von Natrium und Wasser. Damit hat es einen entscheidenden Einfluß auf die Blutdruckregulation. Obendrein wird die Aldosteron-Ausschüttung aus der Nebenniere durch das ebenfalls blutdrucksteigernde  Angiotensin II,  ausgehend von dem Leberalpha-Globulin Angiotensinogen, stimuliert. Cortisol-Defizite oder auch Cortisol-Schwankungen durch die veränderte Cortisol-Synthese oder den veränderten Metabolismus entsprechend der Adrenopause ― verbunden mit der veränderten Stresslabilität ― führen zum Aldosteronanstieg. Häufig kündigt sich ein solcher sekundärer Hyperaldosteronismus durch generelles Hautjucken, und dies besonders stark auf dem Rücken oder an den Beinen an. Bei fortgeschrittener Postadrenopause folgt oft ein Hypoaldosteronismus mit „Austrocknung“ des gesamten Körpers. Eine Normalisierung des E2-Spiegels normalisiert auch dann das Aldosteron. (gut nach Ruhe: 40-160 pg/ml). Ein sek. Hyperaldosteronismus kann also  jederzeit akut tödlich sein!

Das Parathormon  

ist abhängig von der jugendlichen Qualität der Drüsen (also auch von den Östrogenen), vom Kalzium, vom Vit. D3 und von den Schilddrüsenhormonen. Chronischer E2-Mangel führt nicht nur zum Mangel an 1alpha-25-OH-D3-Hydroxylase mit nachfolgendem Vit. D3-Mangel, sondern auch zur Altersschädigung des Darmes mit dem daraus resultierenden sekundären intestinalen Hyperparathyreoidismus. (Parathormon intakt über 50 pg/ml). Das erhöhte Parathormon holt ionisiertes extracelluläres Kalzium aus den Knochen. Dieses kann zu Angina pectoris, Migräne, Parkinson, Alzheimer, Hautkribbeln, Wadenkrämpfen, chronischem Husten bis zu Asthma, Knochenschmerzen und Schlaflosigkeit führen. Ja selbst bei jungen Männern haben wir Schlaganfälle und Herzinfarkte bei tertiärem Hyperparathyreoidismus gesehen! Achtung! Es ist also u.U. auch ein todbringendes Hormon.
Über die Wertigkeit der Schilddrüsenfunktion (s. auch oben) braucht im Zusammenhang von Gesundheitsproblemen nicht berichtet zu werden, da sie allgemein bekannt ist. Allerdings ist eine Hypothyreose oder latente Hypothyreose (TSH vergleichsweise höher als Ft4) oft mit einem Hyperparathyreoidismus kombiniert.

Dem Cortisol als Hormon des Lebens (biochemisch ist Cortison eine unwirksame Vorstufe des biologisch aktiven Cortisol! /H.Kaiser u. H.K.Kley: „Cortisontherapie“) kommt eine Sonderstellung zu. Im Alter ist die Produktion und der Metabolismus verringert, doch der Serumspiegel soll in Ruhe unverändert bleiben (vormittags: 5-25 µg/dl; gut 10-20 / nachmittags um 16 Uhr nicht unter 5 µg/dl). Natürlich ist bei erhöhtem Bedarf der alte Mensch schlecht dran. In der Adrenopause ist der Rückgang von Synthese und Metabolismus oft nicht synchron. Dadurch kommen oft erniedrigte, aber auch erhöhte Cortisol-Spiegel vor. Hohe Werte stehen für Osteoporose und Hypertonie. Niedrige Werte zeigen besonders die drei Hauptwirkungen des Cortisol auf:
Das Cortisol begrenzt räumlich wie auch zeitlich den entzündlichen Abwehrmechanismus. Außerdem holt es Glykogen als Energielieferant aus der Leber und stellt es den Muskeln und dem Gehirn zur Verfügung. Es verhindert so eine Verfettung und es erhält die kognitive Leistung. Darüber hinaus stabilisiert es den Kreislauf und verhindert so einen vikariierenden Anstieg von Adrenalin und Aldosteron. Bei körperlicher Belastung wird das Cortisol des älteren Mannes schnell defizitär. (weshalb es bei allen Massen-Marathonläufen zu mehreren Todesfällen durch Herz-Kreislaufversagen bei Männern über 50 kommt. Manchmal sind die Männer noch jünger!). Bevor es zur Unterversorgung der Muskulatur mit Glykogen kommt, ist die Versorgung des Hirns mit Glykogen schon eingeschränkt. Auch der Kreislauf läuft Gefahr zusammenzubrechen. (Deshalb kann auch bei älteren Männern die Potenzpille Viagra schon mal tödlich sein. Nach dem Konsum von Sildenafil entsteht eine erhöhte körperliche und psychische Stress-Situation mit erheblichen Cortisol-Bedarf. Morgendliche Serumwerte von unter 5 µg/dl können dann die Ursache von Adrenalin-Blutdruckkrisen oder Herzrhythmusstörungen infolge Elektrolytverschiebungen nach Aldosteronanstieg sein. Bei solchen Männern wäre es sinnvoll, mit Viagra auch 10 mg Prednisolon zu verabreichen.)

Im höheren Alter führt die Adrenopause mit erheblichem Cortisol-Defizit (wie der Hyperinsulinismus) zur Unterversorgung des Gehirns mit Glucose. Das Gleichgewicht von Glycosylierung und Phosphorylierung ist gestört und führt im Zusammenhang mit einem Östradiol-Defizit im Serum von unter 35 pg/ml zur Alzheimer-Krankheit! (die Einzelheiten dieser pathologischen Adrenopause sind in dem Buch von Marc Chatenieu beschrieben; Seite 283. Siehe: www.Gehirn-und-Seele.de ). Zudem zeigt die Krankheit Zeichen einer chronischen Entzündung, welche durch nicht erkannte, anhaltende Chlamydien-Infektionen verursacht sein kann (was leicht durch die Antikörpe-Bestimmung nachweisbar ist).

Bei Schweißausbrüchen/Hitzewallungen

Erhöhte Gonadotropinwerte kommen auch bei Männern vor. Hier kann Testosteron als Medikament hilfreich sein. Ist die Ursache ein Hyperaldosteronismus, so sind Diuretika hilfreich. 

Sterilität (mangelhafte Spermaverflüssigung)

Hier haben sich auch bei jungen Männern die Screening-Parameter bewährt. Die Proteincarbonyl-Methylase für die Spermaverflüssigung ist Östrogen-abhängig. Gaben von 0,5mg mikronisiertem E2 über 6-8 Wochen haben bei Werten unter 25 pg/ml dann zur Schwangerschaft geführt.

Die Therapie bei Gesundheitsproblemen oder Potenzproblemen ist zwar nicht sehr schwierig, doch müssen diverse Zusammenhänge berücksichtigt werden. Diese hormonellen Zusammenhänge in einem Kurzbericht über die endokrinologische Männer-Sprechstunde aufzuführen ist nicht möglich.


Gesundheitsfragebogen2 zur Hormonuntersuchung

Anschrift: -----------------------------------------------------------------Fax.Nr.:

Name: Vorname: Geb.:__________

Medikamente:______________________________________________

Berufl. Belastung?___________________________________________

Private Belastung?___________________________________________

Letzter Männerarztbesuch:____________________________________

  1. Wasserlassen o.k.? (Brennen? Häufig? Inkontinenz?):
  2. Schweißausbrüche?
  3. Schwermütig; bedrückt; traurig?
  4. Gedächtnis-/Konzentrationsschwäche?
  5. Kopfschmerzen?
  6. Wadenkrämpfe/Wadenkribbeln?
  7. Hautjucken (besonders Unterschenkel)?
  8. Einschlafstörung?
  9. Durchschlafstörung?
  10. Oft Hungergefühl?
  11. Oft Durst?
  12. Gelenk-, Rücken- oder Muskelschmerzen?
  13. Herzschmerzen? Herzstiche?
  14. Herzrasen? Herzstolpern?
  15. Größe: cm; Gewicht: kg; / Zahl der tgl. Zigaretten:
  16. Haarausfall? Seit wann?:
  17. Lust auf Sexualität: Letzte Kohabitation:
  18. Erektion o.k.? Aufwach-Erektion: selten/oft
  19. Orgasmus-Schwierigkeiten (neu)?
  20. Blasenblutung? Darmblutung? Penisblutung?
  21. Auffällige Rötung im Genitalbereich?
  22. Blutdruck: / . Geschwollene Beine?

VERÖFFENTLICHT IM JOURNAL FÜR MENOPAUSE

www.kup.at/kup/pdf/435.pdf


Bisher berücksichtigte man nur das Sexualhormon Testosteron aus den Hoden. Da impotente Männer oder auch gesundheitlich gealterte Männer nicht unbedingt niedrige Testosteron-Spiegel haben, konnte man sich keinen Reim über Hormonstörungen des Mannes – insbesondere des alternden Mannes – machen.

Auch bis zum Jahr 2016 (!) ist noch kein Lehrbuch über Andrologische Endokrinologie erschienen! (Das neue Männer-Hormonbuch „Der Phallus-Komplex“ von Marc Chatenieu ist der erste Schritt zum Lehrbuch.) Zum Zeitpunkt des Erscheinungsdatums von „Männlichkeit & Hormone“ (1999) gab es nicht einmal den Begriff „Andrologische Endokrinologie“! So gibt es also keine einheitliche Ausbildung von Studenten und angehenden Fachärzten über das hormonale Geschehen im Organismus eines männlichen Menschen.

Männergesundheit & Hormone

Das Altern des Menschen beginnt also mit diversen Enzym-Schwächen! Darauf folgen Hormon-Verschiebungen. Bei diesem Alterungsbeginn betrifft es bei den verschiedenen Menschen nicht immer sofort die gleichen Enzyme. (Enzyme sind chemische Katalysatoren, die ein Hormon zu einem anderen Hormon „katalysieren“. ― Darüber hinaus gibt es noch die Verdauungs-Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse.). -------------------------------------------

Durch die ersten Enzym-Schwächen verändern sich die Sexualhormone aus den Nebennieren des Mannes (Enzym-Schwächen entstehen auch durch Umweltgifte, diverse "Wohlstands-Chemie" und Konservierungsstoffe), sie verändern die Hodenfunktion (Hormone und Spermien!), die Leberfunktion, das Prostatawachstum und die Nerven-Übermittlerstoffe (Neurotransmitter). Außerdem fand sich ein Hyper- und meistens ein Hypo-Cortisolismus.

Solche Hormonveränderungen können auch bei jungen Hochleistungssportlern auftreten und zum plötzlichen (bisher unerklärbaren) Herz-Tod führen. (Herzrhythmusstörungen bis hin zum Kammerflimmern). Der adrenale Androgen-Anstieg kann Doping vortäuschen (nachweisbar). Auch hier sind das angeborene oder erworbene Adreno-genitale Syndrom und die Immunthyreoiditis zu beachten. (So wird bei Doping-Testen gerne die Relation von Testosteron und seinem Isomer Epitestosteron herangezogen. Aber gerade beim AGS kann ein plötzlicher enormer Stress zur erheblichen adrenalen Hyperandrogenämie führen ― vor allem, wenn das Cortisol defizitär bleibt ― so dass das Verhältnis von Testosteron und Epitestosteron aus der Balance gerät und Doping vortäuscht. Die normale Balance stellt sich nur langsam ein. Das lässt sich nur mit einer erweiterten Hormon- und Bindungsprotein-Analyse ersehen.) Auch wurden in drei Jahrzehnten gerade bei jungen Sportlern mit Herz- und Kreislaufversagen oft ein Hyperparathyreoidismus oder eine Hypothyreose erkannt. Die ursächlichen Zusammenhänge mit den Nebennieren konnten nachgewiesen werden.

Diese Hormonveränderungen beim Mann können durch Blutanalysen frühzeitig erkannt und ohne großen Kostenaufwand behandelt werden.

Dadurch können positiv beeinflusst werden:

1.) Die Blase des alternden Mannes und Probleme beim Urinieren

2.) Das Schlafgeschehen bezüglich des Tief- und Einschlafens

3.) Herzschmerzen, Herzstiche und Herzrhythmusstörungen

4.) Gelenk-, Rücken- und Muskelschmerzen

5.) Veränderung des Interesses an Sexualität

6.) Erektionsstörungen (NO wird durch Hormone gebildet!)

7.) Gedächtnis- und Konzentrationsschwäche

8.) Schleimhautschäden der Augen, Bronchien, des Magen usw.

9.) Depressionen und Verlust des Selbstwertgefühls

10.) Eine vorbeugende Behandlung zur Verhinderung der Alzheimer-Krankheit.

 

Viele dieser Beschwerden wurden bisher als sog. Klimakterium virile bezeichnet, entspringen aber keiner „Menopause“ („Andropause“ bei Männern), sondern der Adrenopause (Nebennieren-Altersschwäche), und den damit verbundenen Enzym-Schwächen für die Entstehung der Neurotransmitter.

Da alle männlichen Ärzte diesem Alterungsprozess ebenfalls unterliegen, werden sich die männlichen Patienten auch in der Hormonkunde des Mannes weitergebildeten Ärzten anvertrauen können. Das können Internisten, Urologen, Hausärzte oder (auf Privatbasis) Gynäkologen mit endokrinologischer Ausrichtung sein.

Die Singende Säge

Singende Säge

Klaus Umbreit (Auftritt mit der „Singenden Säge“ 1954 in Potsdam noch mit Bass-Bogen.)

Eine Singende Säge perfekt in einem Orchester gespielt (mit einem Violinbogen) ist das wunderbarste Instrument zum Erreichen der Seele!

[Was man allgemein vom Spiel auf der „Singenden Säge“ vernimmt, gleicht sehr dem Jaulen eines Hundes, dem man auf die Rute getreten hat. Wenn ich so etwas beim Spiel meines Vaters vernommen hätte, dann wäre bei mir sicher keine Liebe zu diesem wunderbaren Instrument entstanden (Da schleicht sich so mancher von „unten“ an den gewünschten Ton heran, weil er ihn auf Anhieb nicht trifft. Das aber ist für einen schnellen exakten Tonwechsel erforderlich.) – Aber wie bei der Hawaii-Gitarre, wird der Ton nach „oben“ hin verlassen! – Dies für Interessenten, die dieses Instrument einmal spielen möchten.]